Smarttrainer oder Schlechtwetterrunde? Pros und Contras beim Wintertraining

Nebeneinander stehen ein Bild von einem Gravel-Fahrer im Wald und ein Bild von einem Mann auf einem Indoor Trainer

Der Begriff Schönwetterfahrer ist oder war einer der gefürchtetsten Titel, den man einem ambitionierten Radfahrer oder einer Bikerin spöttisch verleihen konnte. Bei winterlichen Temperaturen, schlechtem Licht und Niederschlag sein Training outdoor statt indoor auf der Rolle oder gar einem biederen Heimtrainer durchzuziehen, galt als Zeichen von mentaler Stärke. Galt, denn das hat sich geändert.

Regenrunde oder Rolle – was bringt dich wirklich weiter?

Radfahren und das Training in Herbst und Winter allgemein haben sich in den letzten Jahren entwickelt. Das sieht man zum einen daran, dass auch Hobbyathlet*innen ihre Trainingseinheiten zielgerichteter planen und inhaltlich variieren, anstatt einfach so viele Kilometer im Grundlagenausdauerbereich abzureißen wie möglich. Zum anderen ist der Einsatz von modernen Rollentrainern und virtuellen, kurzweiligenTrainingssimulationen wie Swift, Rouvy, MyWhoosh und anderen sprunghaft angestiegen. Trainingseinheiten und Intensitäten beim Training lassen sich stationär leichter kontrollieren. Die präzise Steuerung derIntensitäten und die zeitlich freie Integration von Workouts in den Alltag sind dank Heimtrainer, Spinning-Rad oder Smarttrainer einfacher und in manchen Punkten auch effizienter. Ob aber grundsätzlich ein Indoor-Training Athlet*innen mehr bringt als Radfahren unter unangenehmen, winterlichen Bedingungen, darum tobt inzwischen eine Art Glaubensfrage. Wir beleuchten beide Seiten und geben Empfehlungen.

Frau auf Indoor Cycling Rad
„Ich kann indoor auf dem Rollentrainer meinen Trainingsplan ohne äußere Umwelteinflüsse bis hin zum Verkehr in Dunkelheit effektiv erfüllen. Außerdem kann ich in kurzen Klamotten fahren und am allerbesten: Ich muss mein Rad danach nicht putzen!“
Till Becker, Produktentwicklung bei Ergon
„Ich fahre im Winter lieber draußen. Ich habe das Radfahren durch diese kleinen Mikro-Abenteuer lieben gelernt – und die gibt es eben nur outdoor. Auf die Rolle gehe ich nur, wenn es wirklich keine andere Wahl gibt. Im Radrennen kann ich mir das Wetter schließlich auch nicht aussuchen.“
Anna Svozil, Produktmanagerin Ergon und Lizenzrennfahrerin

Indoor: Trainingssteuerung bis ins Detail

Eine sehr alte Trainingsweisheit, deren Autorenschaft man nicht mehr zuschreiben kann, lautet: „Schnell Rad fahren kommt vom Rad fahren!“ Soll bedeuten, dass am ehesten die eigentliche Sportart und deren übliche Belastung einen positiven Trainingseffekt auf Rennradfahrer*innen, Triathlet*innen oder Biker*innen im Allgemeinen haben. Training eher disziplinfremder oder sehr spezieller Fähigkeiten galt demnach eher als etwas wie eine gelegentliche Ergänzung und auch nur Richtung Saisonhöhepunkt. Auf dem Trainingsplan der Profis tauchen aber immer mehr Trainingseinheiten auf, die man eben nicht mit einer langen Ausfahrt auf dem Rad abdecken kann oder muss. Und damit ist nicht das unbeliebte Krafttraining für Oberkörper und Rumpf gemeint, sondern auch hochintensive Blöcke und Kraftausdauer-Einheiten schon weit vor dem Wettkampf. Im Straßenverkehr könnten diese nur schwerlich mit der Präzision und annähernd störungsfrei durchgeführt werden wie zuhause. Auf einem Rollentrainer – wie zum Beispiel dem neusten Wahoo Kickr V6, dem Elite Justo 2 oder einem Tacx Flux mit entsprechend großer Schwungmasse – kann der Athlet oder die Athletin zwar ohne kühlenden Fahrtwind (hier muss ein Ventilator herhalten), dafür mit watt- und sekundengenauer Steuerung das Programm des Coaches umsetzen. Ist die Rolle noch mit einer Plattform für digitales Training wie Swift verbunden, ist gleichzeitig für Motivation zu solchen Belastungen gesorgt, die ohne echte Mitfahrer*innen indoor mitunter fehlen könnte. Mehr zu Trainingszonen beim Radfahren.

Hier findest du mehr Informationen über kostenlose virtuelle Trainingsplattformen.

Frau sitzt auf Indoor Cycling Rad. Vor ihr steht ein Laptop.
„Ich bevorzuge im Winter das Training im Wald, weil ich einerseits die stickige und unangenehm warme Luft in der Wohnung nicht leiden kann, und andererseits weil das Training im Gelände einen höheren technischen Anspruch bietet. Das macht ein Training nicht nur spannender, sondern auch vielseitiger hinsichtlich des Ziels. Davon mal abgesehen härtet man sich natürlich auch etwas ab.“
Nick Willner, Athletenbetreuung Ergon und Universalradrennfahrer
„Mittlerweile fahre ich im Winter gerne auf der Rolle. Warm, trocken, hell und sicher. Zudem schnell fertig gemacht und auch bei wenig Zeit effektiv. Aber wenn am Wochenende das Wetter mitspielt, ist so eine Winter-Wonderland-Tour doch das schönste.“
Dr. Kim Tofaute, Ergonomie-Experte bei Ergon und ehemaliger Topfahrer

Ist Indoor-Training effektiver als Outdoor-Radfahren?

Um das Fazit ein wenig vorwegzunehmen: Es kommt darauf an. Welches Trainingsmittel wann effizienter eingesetzt werden kann, hängt vom Inhalt und den äußerlichen Bedingungen ab. Es bringt einem als Athlet*in zum Beispiel nichts, sich im Freien bei wenig Watt Tretleistung stundenlang der Kälte auszusetzen, wenn man anschließend zwei Wochen wegen Krankheit aufs Training verzichten muss. Dann geht man sogar besser eine kurze Runde draußen laufen, oder man setzt sich eben auf seinen Rollentrainer. Das gleiche gilt für potenzielle Unfälle wegen schlechten Lichtverhältnissen am Abend oder in Wäldern, selbst lichttechnisch top ausgestattet fährt immer etwas Risiko mit. In den eigenen vier Wänden gibt es keinen Verkehr, keine Hindernisse, kein sich Verfahren und keinen Hungerast. Auf der Rolle kann man ungestört sein Programm abspulen.  
Training hat selten nur einen einzigen Effekt. Ein Runde auf dem Cyclocrosser ist neben dem effektiven Workout auch eine hervorragende Fahrtechnikschulung. Die Gruppenausfahrt am kalten Sonntagmorgen verbessert das Verhalten im Peloton und das Taktikverständnis, Antritte über reale Steigungen zum Beispiel geben ein besseres Gefühl für die aktuelle Leistungsfähigkeit als virtuelle Wattwerte am PC. Hier liegt insgesamt der große Vorteil von Rad fahren im Freien und unter realen Bedingungen, auch wenn sie unangenehm sind: Man trainiert mehrere Fähigkeiten gleichzeitig!

Hie findest du mehr Informationen über kostenpflichtige virtuelle Trainingsplattformen.

Zwei Männer fahren mit Gravelbikes durch einen Wald

Indoor vs. Outdoor: Welche Vorteile und Nachteile gibt es für Radfahrer?

Um einen besseren Vergleich zu bekommen, haben wir Anforderungen und Effekte von Training outdoor und indoor Cycling gegenübergestellt:

 

Umgebung

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Kontrollierbarer vom Klima bis zum Tageslicht, kein gefährdender Kraftverkehr, komplette Logistik bis hin zur Toilette unmittelbar zugänglich.Mehr Gefahren durch den Verkehr und schlechtes Licht, schlechtes Wetter erfordert zusätzliches Equipment und erhöht die Gefahr von Erkrankungen.

 

Logistik

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Jederzeit Zugang zu Getränken, Nahrung, Substitutionen oder auch medizinischen Artikeln wie Sitzcreme oder Blasenpflastern.Entweder Zwang, Verpflegung und Ersatzmaterialien für alle Eventualitäten mitzuführen oder die Streckenwahl muss entlang von Versorgungspunkten geführt werden.

 

Zeiteffizienz

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Sehr effizient, es muss nicht erst eine geeignete Trainingsstrecke erreichtwerden, Ausrüstung 
muss nicht zusammengestellt und verpackt werden. Keine Stopps zum Auffüllen der Flaschen nötig, Bike kann sogar meist stehenbleiben.
Weniger effizient, erfordert Vorbereitungszeit, Routenplanung und potenzielle Verpflegungsstopps. Teils passen geografische Gegebenheiten nicht hundertprozentig zu geplanten Trainingseinheiten, Verbrauch an Kalorien schwerer zu kalkulieren – zum Beispiel wegen Gegenwind. Rad muss vor- und nachbereitet werden.

 

Workout-Struktur 

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Hoch strukturierte, datengetriebene Workouts 
(zum Beispiel HII-Trainings oder Intervalle exakt auf der anaeroben Schwelle), konstante Widerstände möglich, da keine Steigungen, wechselnde Winde usw., einzelne Trainings exakt reproduzierbar.
Mit Powermeter durchaus strukturierbar, aber nicht so konstante und permanente Abgabe von Leistung (Watt) möglich, Topografie und Trainingsinhalte müssen abgestimmt werden, bei wechselndem Wind oder Gruppenausfahrten ist individuelle Leistungssteuerung schwierig, Programm und Ermüdung müssen mitunter der Mehrheit untergeordnet werden. Ampeln / Kreuzungen stören Trainingsfluss.

 

Muskulatur

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Grundsätzlich keine anderen Muskelgruppen involviert, aber unterschiedlich gewichtet, auf der Rolle überwiegt der Reiz auf die Streckerschlinge (Po, Quadrizeps, Waden), Rumpf, Schultern und Arme weniger beteiligt.Durch Manövrieren, häufigeres Wechseln der Sitzposition und kraftbetontes Treten im Wiegetritt werden Rumpf-, Arm- und Schultermuskeln mehr gefordert, das reicht als anaboler Trainingsreiz nicht aus, hat aber positiven Effekt auf die Grundspannung dieser Muskeln und den Kalorienverbrauch.

 

Trainingsziele

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Entweder sehr schonende kurze Einheiten oder recht intensives Training, Indoor-Rollentraining selten länger als ein bis zwei Stunden, je nach Fitness also nur im Entwicklungs-, Spitzen- und Kraftausdauerbereich oder zur Reha einsetzbar.Trotz Kälte sind lange Grundlageneinheiten outdoor eher möglich als auf der Rolle, in drei bis fünf Stunden können sogar gut Trainierte ein effektives Zone-2-Training realisieren. Nachteil: Maximal intensive Trainings bei kalter Luft führen schnell zu asthmaähnlichen Verkrampfungen der Atemmuskulatur. Ziele also eher aerobe Kapazität bis Kraftausdauer unterhalb der anaeroben Schwelle.

 

Mentaler Aspekt 

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Kann monoton sein, aber 
virtuelle Plattformen und Unterhaltung können motivieren. Umgekehrt kann die Monotonie mental abhärten. Überwindung zum „Fahren“ indoor, also Rollentraining meist geringer 
als zum Fahrradfahren outdoor.
Bietet mentale Stimulation, frische Luft, wechselnde Landschaften und soziale Interaktionsmöglichkeiten. Belastungssituation näher an Wettkampfbedingungen, mentale Vorbereitung auf mögliche körperliche und taktische Szenarien. Der innere Schweinehund bei Schmuddelwetter mitunter sehr groß.

 

Fahrtechnik

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Keine Entwicklung von realen Fahrtechniken, Gewöhnung an verschiedene Beläge und Untergründe oder Kurventechnik, keine Schulung der taktischen und Gruppenfahr-Fähigkeiten.Essenziell für die Entwicklung von Radbeherrschung (besonders beim Cyclocross, MTB oder BMX), Reaktionszeit und Fahrtechniken sowie taktischem Verhalten, bessere Einschätzung von verschiedensten Untergründen und eigenem Leistungsvermögen in Abhängigkeit zur Topografie und Temperatur.

 

Physiologie

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Höhere Körpertemperatur aufgrund mangelnder Kühlung durch Fahrtwind, erhöhtes Schwitzen teils mit Hautirritationen, höhere Belastung von passivem Bewegungsapparat durch langes Verharren in identischer Haltung.Natürliche Kühlung durch Fahrtwind, natürliche Thermoregulation wird gefördert, weniger statische Position, was Ermüdung in bestimmten Bereichen reduziert. Je nach Disziplin und Wegstrecke physische Belastung von Becken, Rücken und Nacken durch Schläge von Lenker und Sattel. Gefahr von Unterkühlungen!

 

Kalorienverbrauch

Indoor Cycling / RollentrainingOutdoor Training
Vermehrtes Schwitzen (selbst 
mit Ventilator) fordert den Kreislauf sehr und verbraucht mehr Kalorien (kcal) als man glauben mag. Im direkten Vergleich mit dem Frieren beim Radfahren outdoor liegt die Kalorienbilanz pro Stunde auf 
der Rolle aber immer noch etwas niedriger. Dazu ist der Gesamtumfang der Einheit limitiert.
Auch wenn Körperwärme sowas wie ein Nebenprodukt körperlicher Arbeit auf dem Rad ist: Bei kaltem Wetter auf dem Fahrrad muss der Körper zusätzlich für Wärmeproduktion sorgen, damit die Kerntemperatur nicht fällt. Besonders der Oberkörper kühlt schnell aus, da er beim Ausdauertraining wenig einbezogen wird. Wärmeproduktion und längere Trainingszeiten draußen ergeben outdoor eine klar höhere Kalorienbilanz als indoor.

Fazit: Rollentraining vs. Straße

Aus sportwissenschaftlicher Sicht haben beide Trainingsarten ihre Berechtigung und können effizient in die Trainingsplanung eingebaut werden. Grundsätzlich hat man outdoor mehr Möglichkeiten, gleichzeitig an mehreren Skills zu arbeiten, außerdem ist der Kalorienumsatz pro Zeiteinheit höher, für manche Radfahrer*innen gerade in der Vorsaison ein Extraargument. Wenn es also um die Entwicklung von Grundlagenausdauer im ambitionierten Bereich geht – sprich von Umfängen von drei Stunden und mehr – kommt man um Radfahren auf der Straße nicht herum.
Geht man von einem Wettkampf- oder Saisonhöhepunkt im Sommer aus, fallen bei einem klassischen Trainingsaufbau leider langes ruhiges Fahren und die Wintermonate zusammen. Für Wettkampfsportler in Europa ist Wintertraining draußen also ein Muss. Das heißt aber lange nicht, dass hochintensive Trainingsintensitäten auf dem Rollentrainer aus dem Spiel sind. Für spezielle und besonders gezielte Belastungen, FTP-Tests oder bei wirklich gefährlichem Wetter gibt es wenig Alternativen zur Rolle. Wahrscheinlich ist sogar ein Mix aus beiden optimal in Sachen Effektivität.

„Vor 10 bis 15 Jahren, bevor es das Smart-Training gab, sind wir in unserer Trainingsgruppe bei Wind und Wetter draußen gefahren. Seit ca. fünf Jahren bevorzuge ich es jedoch, mehrere kleinere, aber dafür intensivere Einheiten auf der Rolle zu absolvieren. Bei den längeren Rolleneinheiten nehme ich oft an Gruppenausfahrten oder Meetups auf Zwift teil. Hier ist das Profil meist eher flach, aber das Stundenmittel liegt bei etwa 35 bis 40 km/h.“
Guido di Carlo, Supply Chain bei Ergon und Lizenzrennfahrer
„Ich bevorzuge im Winter auch die Rolle mit der MyWoosh-App, weil ich ’ne Frostbeule bin, keine Lust habe mein schönes Rad dem Streusalz aussetzen oder bei Minusgraden das Rad sauber zu machen. Auch ist es einfach viel zu früh dunkel, da ist die Rolle in mehrerer Hinsicht die sicherere Wahl. Außerdem lässt sich das Rollentraining viel einfacher in den Tagesablauf integrieren als eine Outdoor-Einheit.“
Nicole Nastal, Grafikerin bei RTI und Hobbyradlerin

Diese Argumentation pro outdoor-Training besonders für Rennradfahrer*innen bezieht sich vornehmlich auf Leistungssportler*innen, also auf Athleten*innen, die nach Trainingsplan vorgehen, um ihre Fähigkeiten konsequent zu verbessern. Wenn es darum geht, sich auf dem Rad eher etwas auszupowern oder den Körper fit und gesund zu halten beziehungsweise dahin zu bringen, ist Ausdauertraining auf der Rolle und mit virtuellen Plattformen eine ganz hervorragende Möglichkeit, den Kreislauf zu pushen und sich mental wie körperlich zu verausgaben.  
Wer also nicht auf einen Wettkampf auf dem Rad oder im Triathlon hinarbeitet, kann die Zyklisierung umdrehen, im Winter auf dem Spinning-Bike oder Smarttrainer richtig Gas geben und die langen Ausdauereinheiten im Sommer ohne Dunkelheit, Regen, Schnee und Kälte absolvieren.

Mann auf Indoor Cycling Rad

Wissenswertes zum Wintertraining auf Rolle oder Smarttrainer

Da sicher einige erst im letzten Winter ins Indoor-Training eingestiegen sind oder es in diesem vorhaben, hier ein paar kurze nützliche Tipps zum stressfreien, effektiven Wintertraining zuhause:

  • Stelle sicher, dass das Rad samt Rollentrainer stabil und waagerecht steht. Seitliche Belastungen auf den Fahrradrahmen können das Material auf Dauer ermüden und beschädigen. Auch wildes Pendeln im Oberkörper (Sprints) auf dem fixierten Bike ist nicht gut fürs Material. 
  • Wenn das Gesäß beim Rollentraining unerwartet früh und stark schmerzt, versuche schon lange vorher regelmäßig die Sitzposition zu wechseln und auch im Stehen zu fahren. Denke auch über ein stärkeres Sitzpolster in der Hose nach. Der erfolgversprechendste Weg ist aber ein zum Becken und zur Haltung passender, also ergonomischer Fahrradsattel
  • Überprüfe die Einstellung deiner Sitzposition: Draußen fällt ein schlecht eingestelltes Rad weniger schnell auf als in der laborähnlichen Situation indoor. Versuche zunächst, den Anweisungen unseres Tutorials zu folgen oder wende in einem zweiten Schritt unsere bewährte Fitting Box an. Das macht sich dann auch im Frühling outdoor bezahlt.  
  • In der weniger aktiven Zeit des Jahres neigen viele Athlet*innen und Hobbyfahrer*innen zum muskulären Verkürzen, sie werden steifer. Baue deshalb gerade im Winter Dehnübungen speziell für Radfahrer in dein Training ein, damit du die Haltung auf dem Rollentrainer länger ohne Probleme aushalten kannst.  
  • Sorge für ausreichend Kühlung, zum Beispiel ein offenes Fenster oder einen Ventilator. Achtung: Es sollte kein dauerhafter Luftstrom auf Rücken, Nacken, Brust oder Kopf kommen, Gefahr einer lokalen Unterkühlung! 
  • Stelle von Beginn des Trainings an ausreichen Flüssigkeit parat und trinke bereits, wenn du noch keinen Durst verspürst. Dehydration ist beim heftigen Schwitzen auf der Rolle nachträglich kaum zu kompensieren.  
  • Lass dich von den virtuellen oder digitalen Gegnern nicht zu übermäßigen Belastungen und ungeplanten Intensitäten reizen. Viele Neulinge verfallen der ungewohnten Konkurrenzsituation auf den virtuellen Plattformen und vergessen jede Trainingsplanung. Ab und zu ist es gut, einem/einer offensichtlich Stärkeren zu folgen, aber nicht immer!  
  • Apropos Schwitzen: Pro Stunde kann man leicht ein bis zwei Liter Wasser verlieren. Neben den Getränken sollte man auch dafür sorgen, dass der Boden unter einem nicht wegschwimmt. Wichtig: Wische auch das Bike nach dem Training gründlich trocken. Das Salzwasser ist aggressiv und bringt Schrauben (besonders die der Vorbaukappe) schnell zum Rosten oder Anlaufen. Das gilt auch für das Lenkerband, es gab schon Extremfälle, wo sich eine ätzende Salzkruste zwischen Lenkerband und Lenker angesammelt hat.

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