Klicksysteme & Systempedale im Überblick
Klicksysteme & Systempedale fürs Fahrrad im Überblick - Welche Klickpedale gibt es und welches ist das richtige für mich? Jetzt alles zu Klickpedalen erfahren!
Klicksysteme & Systempedale im Überblick
Bevor Klickpedale die heutige Verbreitung im Rennrad‑, Mountainbike‑ und mitunter auch im Alltagsbereich erreichten, dominierten neben den flachen Plattformpedalen über Jahrzehnte Riemen‑ und Hakenpedale den Radsport. Diese frühen Systeme, in denen Halbschuhe jeglicher Art durch eine Art Spanngurt am Pedalkörper gehalten wurden, ermöglichten zwar eine bessere Kraftübertragung als einfache Plateaupedale, galten aber als umständlich und nicht ungefährlich beim Sturz. Außerdem war der Stand auf der Pedaloberfläche nicht besonders sicher, und der Riemen schnitt oftmals in den Fuß ein.
Den Startpunkt für Systempedale markierte der französische Hersteller Look im Jahr 1984: Mit dem ersten serienreifen Klicksystem ähnlich einer Skibindung ersetzten die Pioniere sehr schnell das klassische Körbchen. Spätestens nach Bernard Hinaults Tour‑de‑France‑Sieg 1985 setzte sich das neue Pedalsystem im Profi‑Rennradbereich flächendeckend durch. Deswegen werden Klickpedale deshalb heute auch noch fälschlicherweise markenübergreifend als Look-Pedal bezeichnet.
Ende der 1980er folgten Varianten für das Gelände. Die Firma Time brachte 1988 erstmals Bewegungsfreiheit, den sogenannten Float, ins System, Sportler konnten den Fuß um einige Grade rotieren, ohne den Auslösemechanismus zu initiieren. Der japanische Radsportriese Shimano etablierte dann 1990 mit ihrem SPD-Pedal das erste explizit für den MTB-Bereich entwickelte Klicksystem. Seither differenzierten sich Klickpedale mehr oder weniger nach jeweiligem Einsatzbereich, Fahrstil und persönlicher Vorliebe. Optimierung fanden hauptsächlich innerhalb der Themen Übertragungseffizienz, Biomechanik und Gelenkschonung statt. Erst rund 40 Jahre nach Erfindung stehen Klickies, wie sie im Slang genannt werden, wieder im Fokus des Interesses. Weiter unten findest du zwei Modelle, die zwar keine funktionale Revolution sind, aber zumindest einen großen Fortschritt bedeuten könnten.
Was sind die Vorteile von Fahrrad-Klicksystemen?
- Effiziente Kraftübertragung
Die feste Verbindung zwischen Schuh und Pedal ermöglicht Druck‑ und Zugphasen im Tritt und damit eine messbar bessere Effizienz gegenüber Plattformpedalen. Die Leistung kann nicht nur konstanter abgegeben werden, während der Zugphase sind auch nahezu komplett andere Muskeln beteiligt. Das senkt bei gleicher Gesamtleistung die lokale Ermüdung der Muskeln für die Druckphase. - Konstante Fußposition
Cleats – das sind die Gegenstücke zum Pedal, die an die Schuhe geschraubt werden – und die Aufnahme am Pedal fixieren den Fuß reproduzierbar an der biomechanisch korrekten Stelle, was Kniebelastungen senken und die Treteffizienz steigern kann, sofern die Cleat-Position korrekt eingestellt ist. - Mehr Kontrolle über das Fahrrad
Besonders im Gelände oder im Wiegetritt profitieren Rennrad‑ und MTB‑Fahrer von sicherem Pedalkontakt. Bei kraftvollen Zugimpulsen oder Sprüngen verliert man nicht ungewollt den Kontakt zum Pedal. - Ähnliche Vorteile bei hohen Trittfrequenzen
Wenn man mit hoher Frequenz in die Pedale tritt, kann es passieren, dass man bei Plattformpedalen zu wenig Druck auf die Oberfläche bringt, und der Fuß der Kreisbahn des Pedals nicht adäquat folgen kann. Die Bewegung wird vom Klickpedal geführt. Schnelleres und saubereres Treten wird begünstigt.
Was sind die Nachteile von Fahrrad-Klicksystemen?
- Lernkurve beim Aussteigen erforderlich
Bei den meisten Pedalsystemen ist zum Öffnen der Bindung eine Drehbewegung im Fuß nötig, eine unnatürliche Bewegung. Wird sie durch Ablenkung vergessen, bleiben die Füße auch beim Anhalten in der Bindung und man fällt um. - Spezielle Schuhe nötig
Die sogenannten Klickies erfordern einen passenden Fahrradschuh mit Zwei‑ oder Dreiloch‑Standard, das aktuell neueste System benötigt sogar vier Gewinde. Daran werden die jeweiligen Gegenstücke zur Pedalaufnahme befestigt. Außerdem sind die Sohlen von Radschuhen sehr steif, zur besseren Kraftübertragung. Im Alltag ist das, beim Gehen auf Treppen zum Beispiel, oft unpraktisch oder sogar tückisch. - Fehljustage kann Probleme verursachen
Falsch montierte Schuhplatten oder ungeeigneter Float können Knie‑, Sprunggelenk-, Hüft- oder Achillessehnenprobleme begünstigen. Der Vorteil wird bei schlechtem Setup zum Nachteil. - Höhere Kosten als bei Plateaupedalen
Bei der Anschaffung liegen die durchschnittlichen Preise von Systempedalen durchweg höher, in der Oberklasse ist der Preisunterschied sogar eklatant. Außerdem kommen gerade bei Cleats aus Kunststoff oder Messing laufende Kosten für deren Erneuerung hinzu.
Welche verschiedene Fahrrad-Klickpedalsysteme gibt es?
Nach dem Look System-Pedal haben wie gesagt etliche Hersteller das Grundprinzip übernommen, an andere Bikedisziplinen angepasst und den Mechanismus verfeinert. Bis auf das exotische Magped Pedal funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip mit einer Drehfeder, die beim Einsetzen des Cleats gespannt wird und dann eine Art Haken in eine Vertiefung am Schuh beziehungsweise zwischen Schuh und Cleat presst.
Shimano SPD – SL®
SPD‑SL® ist neben Look das klassische Rennrad‑Pedalsystem von Shimano. Es nutzt Dreiloch‑Cleats aus Kunststoff, besitzt eine große Standfläche und einseitigen Einstieg auf der Oberseite des Pedalkörpers. Der Float wird über unterschiedliche Schuhplatten (gelb, blau, rot) definiert, die Auslösehärte ist fein justierbar. Besonderheit: In der Ultegra-Linie gibt es eine Modellvariante mit etwas längeren Achsen, die dadurch den Q-Faktor, also den Abstand der Füße zueinander, vergrößert. Das hilft kräftigen und weniger beweglichen Sportlern sehr.
Einsatzbereich: Rennrad, Zeitfahren, Triathlon, Training und Wettkampf
Vorteile:
- Sehr hohe Kraftübertragung durch große Auflagefläche
- Weit verbreitet, gute Ersatzteilversorgung
- Definiertes Ein‑ und Ausklicken
- Sehr guter Stand
Nachteile:
- Schlechter Gehkomfort, Verschleiß der Cleats
- Nur einseitig einklickbar, wenig intuitiv
- Weniger schmutztolerant als MTB‑Systeme
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Look KéO®
Look definierte lange den Rennradstandard mit Dreiloch‑Schuhplatten, großer Kontaktfläche und klar definiertem Auslösewinkel. Je nach Cleat sind 0°, 4,5° oder 9° Float möglich. Der Pedalkörper ist etwas kompakter als bei Shimano, der Stand und die Kraftübertragung sind minimal schlechter. Die Topversionen mit Zusatz „Blade“ weisen statt einer eingedrehten Stahlfeder eine Carbonplatte auf, die den Klick-Mechanismus mit großer Haltekraft schließt. Die kompakte Bauweise des Pedals lässt minimal höhere Kurvengeschwindigkeiten zu.
Einsatzbereich: Rennrad, Zeitfahren, Triathlon, Training und Wettkampf
Vorteile:
- Geringes Gewicht (KEO Blade bis 95 g pro Pedal)
- Klare Rückmeldung beim Ausklicken
- Hohe Steifigkeit
- Weit verbreitet, gute Ersatzteilversorgung
Nachteile:
- Kunststoff‑Cleats verschleißen schnell
- Gehen kaum komfortabel
- Auslösehärte teils nur per Federwechsel
- Recht geringe Kontaktfläche
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TIME® XPRO® XPRESSO®
TIME® setzt auf ergonomisch große Bewegungsfreiheit („Angular & Lateral Float“) und eine elastische Bindung. Ziel ist knieschonende Biomechanik, dafür kann sich der Schuh gleich in drei Ebenen auf dem Pedal bewegen. Mittlerweile sind Time-Rennradpedale mit Cleats für die verbreitete Dreiloch-Aufnahme versehen. Nach einem langen Tief kommt das Pedalsystem inzwischen wieder mehr und mehr in den Fokus der Kunden.
Einsatzbereich: Rennrad, Marathon, Triathlon, Training und Wettkampf
Vorteile:
- Großer Bewegungsspielraum, gelenkschonend
- Große Kontaktfläche
- Automatische Selbstreinigung
- Kombination aus Kunststoff- und Metallcleat
Nachteile:
- Weniger definiertes Klickgefühl
- Geringere Marktverbreitung
- Ersatzteile teurer
- Weniger sicheres Standgefühl bei hoher Leistung
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Wahoo Speedplay®
Ehemals nur Speedplay: Es unterscheidet sich grundlegend, der Mechanismus zum Einrasten sitzt im Cleat, das Pedal selbst ist ein beidseitig symmetrischer Korpus. Extrem niedrige Stack‑Höhe (Mitte Pedalachse bis Oberkante Cleat) und frei einstellbarer Float bis 15° sind Alleinstellungsmerkmale. Ein- und Ausstieg sind innerhalb der Rennradpedale die simpelsten, trotzdem hat sich das System nicht wirklich durchgesetzt.
Einsatzbereich: Rennrad, Triathlon. Zeitfahren (Aeroversion), keine Sprints
Vorteile:
- Beidseitiges Einklicken
- Extrem individuell einstellbar
- Sehr niedrige Bauhöhe, effizienter Tritt
- Setzt erst bei großer Schräglage auf
Nachteile:
- Aufwendige Cleat‑Montage
- Teure Ersatzplatten sowie Anschaffung
- Empfindlich gegen Dreck im Cleat
- Etwas weniger resistent bei maximalkräftigem Ziehen am Pedal
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Solltest du noch alte Speedplay Pedale fahren, nutze dieses Tool.
Ekoi PW8
Selbst unter Insidern noch nicht wirklich bekannt ist das komplett neu entwickelte Pedalsystem des französischen Textilspezialisten. Ähnlich wie bei SRM (s.u.) besteht der Ansatz darin, den Fuß näher an die Pedalachse zu bringen. Das macht den Tritt effizienter, weil weniger Hebelkräfte in waagerechter Ausrichtung entstehen. Außerdem ist der Rahmen des Pedalkörpers überdimensional groß, damit die Aufstandsfläche bis zur Mitte des Schuhs erweitert. Sogar Aerodynamikvorteile wurden vom Hersteller festgestellt. Das Cleat ist zweigeteilt, die Ausrichtung wirkt extrem durchdacht und variabel. Ekoi Pedale funktionieren aber nur mit ausgewählten Schuhen der gleichen Marke, das erhöht die Einstiegshürde, der Setpreis liegt aber bei rund einem Viertel von dem bei SRM.
Einsatzbereich: Rennrad, Triathlon. Zeitfahren, Training und Wettkampf
Vorteile:
- Sehr niedrige Bauhöhe, weniger Kraftverlust durch Drehmomente außerhalb der vortriebswirksamen Richtung
- Runderer effizienterer Tritt möglich
- Sehr große Standfläche, sicherer Stand und gute Kraftübertragung
- Fein justierbare Cleats, gute Skalen auf der Sohle
- Versenkte Metallcleats, sichereres Gehen auf glatten Oberflächen
- Verhältnismäßig günstig
Nachteile:
- Bisher nur mit Ekoi-Schuhen kompatibel
- Anpassung der Sitzposition nötig
- Neues System – Zukunft und Ersatzteillage fraglich
SRM Q36.5 X‑Power Direct Road
Das SRM X‑Power Direct Road ist ein neu gedachtes, gemeinsam von SRM und Q36.5 entwickeltes Rennradpedalsystem aus dem Jahr 2025. Bisher passen auch nur deren Schuhe zu dem Cleat mit vier Verschraubungen. Die Schuhplatte integriert sich sozusagen nahezu vollständig in das Pedal statt darauf zu stehen, wodurch der Abstand zwischen Schuh und Pedalachse (Stack‑Height) auf ein Minimum reduziert wird. Laut SRM beträgt dieser Abstand rund 6 mm weniger als bei konventionellen Rennradpedalen. Die Kontaktfläche ist mit rund 16 cm² mehr als doppelt so groß wie bei klassischen Klicksystemen, was die Kraftübertragung und Standsicherheit signifikant verbessern soll.
Einsatzbereich: Rennrad, Triathlon. Zeitfahren, rein wettkampforientiert
Vorteile:
- Extrem niedrige Bauhöhe, weniger Kraftverlust durch Drehmomente außerhalb der vortriebswirksamen Richtung
- Runderer effizienterer Tritt möglich
- Sehr große Standfläche, sicherer Stand und gute Kraftübertragung
- Besonders präzise, spielfreie Verbindung zwischen Schuh und Pedal
Nachteile:
- Extrem teuer
- Sehr eingeschränkte Schuhauswahl (zusätzliche Lizenznehmer geplant)
- Anpassung der Sitzposition nötig
- Noch wenig verbreitet, daher unsichere Zukunft und Ersatzteillage
Shimano SPD®
SPD („Shimano Pedaling Dynamics“) nutzt kompakte Zweiloch‑Schuhplatten aus Metall, je nach Modell meistens beidseitigen Einstieg und offene Bauweise für die Selbstreinigung. Auch die Pedalkörper selbst sind deutlich kleiner als die für Rennräder. Die Auslösehärte ist stufenlos einstellbar, der Stand und die Zugphasen aber nicht spielfrei. Den SPD-Standard nutzen etliche andere Hersteller auch, sowohl für ihre Pedale als auch für ihr Verschraubungsmuster an den Radschuhen.
Einsatzbereich: MTB XC und Marathon, Gravel, Alltag, Bikepacking
Vorteile:
- Sehr zuverlässiger Halt im Gelände
- Cleat wird in Profilsohle versenkt, guter Gehkomfort
- Riesige Modellvielfalt mit und ohne umgebenden Rahmen
- Haltbare und günstige Cleats
Nachteile:
- Kleine Standfläche – Weniger direkte Kraftübertragung
- Grundsätzlich leichtes Spiel zwischen Zug und Druck
- Teils mit Geräuschentwicklung / Quietschen zwischen Stahlcleat und Stahlkörper
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Crankbrothers®
Crankbrothers setzt auf Bügelbindung mit sogar vierseitigem Einstieg, höchster Selbstreinigung und fest definiertem Auslösewinkel. Die Auslösehärte der Feder ist nicht verstellbar, aber über verschiedene Cleats variierbar. Die Cleats sind ebenfalls aus Metall und werden mittels zweier Schrauben im Profil des Schuhs versenkt. Die Schuhplatte ist sozusagen nur Angriffspunkt für die gegeneinander beweglichen Bügel, in der Druckphase wird die Kraft über diese Bügel oder einen umgebenden Rahmen auf die Schuhsohle übertragen, einen Pedalkörper in dem Sinne gibt es nicht.
Einsatzbereich: MTB, Enduro, Downhill, Cyclocross, Gravel, Bikepacking
Vorteile:
- Herausragende Schmutzresistenz
- Sehr viel Bewegungsfreiheit (Float)
- Vierseitiger Einstieg in der Grundversion, leicht zu treffen
- Je nach Modell große Aufstandsfläche (mit großem Rahmen entfallen zwei der vier Positionen zum Einstieg ins Pedal)
- Leichtbauweise ohne massiven Pedalkörper
Nachteile:
- Keine Feinjustierung der Härte
- Messing‑Cleats verschleißen schnell und sind nicht günstig
- Viel Spiel zwischen Schuh und Pedal, zu viel für rundes Treten
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Time ATAC®
Das ATAC‑System kombiniert die bügelförmige Aufnahme der Cleats wie bei Crankbrothers mit einem die Mechanik umgebenden Pedalkörper samt einstellbarer Auslösehärte, vergleichbar mit dem SPD-Pedal. Es erfährt dadurch sowohl seitliche als auch rotatorische Bewegungsfreiheit mit sehr guter Selbstreinigung. Der Auslösewinkel variiert je nach Cleat zwischen 10° und 17°. Auch das Atac-Pedal kann von zwei Seiten benutzt werden, die Cleats sind kompakt und für zwei Schrauben gebaut.
Einsatzbereich: MTB, Cyclocross, Gravel, Bikepacking
Vorteile:
- Leichter Ein- und Ausstieg
- Schmutzunempfindlich und stabil
- Gelenkschonender Float
- Ergonomische Standfläche
Nachteile:
- Weniger verbreitet
- Ersatzcleats schwerer erhältlich und schneller verschlissen als SPD-Cleats
- Durchweg leichtes Spiel zwischen Cleat und Bügeln
- Hohe Stack-Height senkt Treteffizienz und minimalen Kurvenradius
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Magped
Das Magped verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz als klassische Klicksysteme und verdient den Namen streng genommen nicht, da es keinen Einrastmechanismus gibt, sondern eine magnetische Kopplung. Statt mechanischer Verriegelung verbindet ein patentierter Neodym‑Magnet das Pedal mit einer Metallplatte unter dem Schuh. Die Verbindung ist vertikal stark, löst sich aber seitlich sofort, ohne definierten Auslösewinkel oder Auslösehärte. Je nach Modell steht man auf kompakten bis massiven Plateaupedalen, der ersetzbare Magnet ist bündig darin eingelassen, teilweise verhindern zusätzliche Spikes ein Abrutschen oder Verdrehen.
Je nach Modell kommen Magnetkräfte zwischen 100 N und 200 N zum Einsatz.
Einsatzbereich: Einsteiger und sicherheitsorientierte Fahrer*innen und für MTB, Gravel, Bikepacking, Alltag. Rennrad
Vorteile:
- Schnelles, intuitives Absetzen des Fußes ohne „Standsturz‑Effekt“
- Wenig bis keinen Verschleiß
- Völlig ausreichende Kraftübertragung ohne starre Fixierung
- Kompatibel mit Zweiloch-MTB-Schuhen, sicheres Gehen
- Abhängig vom Pedalrahmen viel bis wenig verbleibende Beweglichkeit des Fußes
Nachteile:
- Weniger maximale Haltekraft als Klickpedale
- Keine exakt definierte Fußposition wie mit Cleats
- Ungewolltes Lösen beim Verkanten oder schrägem Ziehen
Kombipedale
Außer den reinen Rennradpedalen sind alle Systeme auch als sogenannte Kombipedale erhältlich. Das bedeutet, dass eine Seite des Pedals für den jeweiligen Klickmechanismus genutzt wird, auf der gegenüberliegenden Seite findet der Schuh Stand auf einem Plattformpedal. Das hilft nicht nur beim Anfahren am Berg, weil man schnell mit dem zweiten Fuß das Pedal treffen muss, es macht das Pedal auch variabler, wenn zum Beispiel das gleiche Bike für Sport und Commuting genutzt wird.
Einsatzbereich: Einsteiger im MTB, Bikepacking, Alltag und Pendeln
Vorteile:
- Sowohl mit Rad- als auch mit Straßenschuhen nutzbar
- Schnelles und sicheres Anfahren auch bei Ungeübten
- Definierte Fußposition auf der einen, alternative Möglichkeiten auf der anderen Seite
Nachteile:
- Schwerer als reine Klickpedale
- Ragt weiter vom Rad weg, keine engen Kurvenradien möglich
- Muss aktiv gedreht werden, um die Seite mit dem Mechanismus zu treffen
Muss ich beim Kauf von Klickpedal-Schuhen auf etwas achten?
Ja, natürlich müssen sie dir passen, aber auch zu deinem Pedalsystem. Radschuhe sind feste Schuhe mit einer möglichst steifen Sohle zur flächigen Kraftübertragung. Sie dürfen sich deshalb enger anfühlen als zum Beispiel Laufschuhe. Da man in ihnen nicht abrollt, dürfen die Zehen auch bis in die Schuhspitze ragen, der klassische Daumenbreit Abstand würde sogar den Hauptdruckpunkt unter den Fußballen hinter die Pedalachse verschieben.
So sollte der Fuß korrekt auf dem Pedal positioniert sein.
Ob dein Klickschuh zum Klicksystem kompatibel ist, siehst du am ehesten beim Vergleich mit den Cleats beziehungsweise mit dessen Verschraubungen. Es gibt aktuell Cleats mit zwei, drei oder vier Schrauben. Außerdem unterscheidet man, ob die Schuhplatte außen auf der glatten Sohle sitzt, oder ob sie im Profil versenkbar ist. Bei Letzteren handelt es sich immer um Schuhe fürs Mountainbiken und den Alltag sowie Reisen und Touren. Hier hat sich der Shimano SPD-Standard durchgesetzt. Den erkennt man an zwei nebeneinander liegenden Gewinden an Schuh und Cleat. Auch Crankbrothers, Time, Look und Magped nutzen für ihre MTB-Varianten dieses Schraubmuster.
Bei Rennrädern gibt es noch alte Schuhmodelle mit gleichem Standard, außerdem zwei hintereinander liegende Gewinde für das alte Shimano SL System. Beide Schuhvarianten sollten beizeiten ausgetauscht werden, da Ersatzteile kaum verfügbar sind, die Mechanismen außerdem durch bessere ersetzt wurden.
Achtung Verwechslungsgefahr: Look und SPD SL
Die Schuhplatten von den beiden Herstellern fürs Rennrad sehen nahezu identisch aus, die Gewindeanordnung mit triangulär angeordneten drei Verschraubungen ist sogar gleich. Die beiden Systeme sind aber nicht miteinander kompatibel! Da beide aus Kunststoff sind, erreicht man durch Gehen und Laufen recht schnell den Verschleißmarker, der den nötigen Wechsel anzeigt. Bitte beim Nachkauf auf den richtigen Hersteller achten. Beide Systeme setzen unterschiedliche Farben ein, um die Cleats ihrem jeweiligen Auslösewinkel zuzuordnen, das erhöht die Verwechslungsgefahr. Diese Abnutzungsindikatoren sollte man übrigens ernstnehmen, bei heftiger Zugphase wie in Sprints kann man die Schuhplatte sonst schon mal aus den Klickies reißen.
Ein neuer Wettbewerber auf dem Markt mit einem neuen Vierloch-Muster in Rautenform ist das SRM Pedal, das mit Schuhhersteller Q36.5 entwickelt wurde. Derzeit passen nur dieses Pedalsystem (s.o.) und die Schuhe der zwei Partner zusammen, durch die Anordnung der vier Gewinde als Raute sind aber die Dreiecks-Cleats von Shimano und Look auch kompatibel – mit den Schuhen, nicht mit den Pedalen.
Wie montiere ich Klickpedale und Cleats?
Die Pedale selbst werden entweder mit einem 15er Maulschlüssel oder einem großen Innensechskant (5, 6 oder 8) in die Kurbel eingeschraubt. Wichtig dabei ist nur: Das in Fahrtrichtung linke Pedal weist ein Linksgewinde auf, wird also gegen den Uhrzeigersinn eingesetzt. Die Gewinde sollten leicht gefettet werden und von Hand zwei Umdrehungen ins Gewinde eingedreht werden, um Verkanten zu verhindern, das kann das Gewinde der Kurbel zerstören. Mit den Ergon TP1 Tools kannst du deine Cleats perfekt ausrichten oder übertragen.
Bei Montieren der Schuhplatten kann man dafür viel falsch machen, da sie die Position des Fußes auf dem Pedal nicht nur bestimmen, sondern dort über viele Kilometer konstant halten. Ihre falsche Ausrichtung kann von Leistungs- und Komfortverlust über starke Verspannungen und Schmerzen / Brennen in den Fußsohlen / taube Zehen bis zu Gelenkschäden viele unangenehme Folgen nach sich ziehen.
Wie man das SPD Cleat ideal positioniert, kannst du hier nachlesen.
Wie man das SPD SL-Cleat ideal positioniert, kannst du hier nachlesen.
Funfacts und Statistiken zu Klickpedalen
- Leistungsgewinn: Klickpedale verbessern die Tritteffizienz je nach Studie um 5 bis 15 Prozent gegenüber Plattformpedalen.
- Verbreitung Profi‑Rennrad: 100% der WorldTour‑Fahrer nutzen Klickpedale. Selbst im Hobbybereich sollte die Quote bei annähernd 99 Prozent liegen.
- MTB‑Anteil: Rund 70 % der ambitionierten MTB‑Fahrer nutzen Klicksysteme, im XC-Bereich deutlich mehr, im Gravity- und Downhillbereich weniger.
- Gewicht: High‑End‑Rennradpedale wie Speedplay Nano wiegen nur 168 g pro Paar.
- Auslösewinkel SPD: Standard‑Cleats lösen bei ca. 13–15° Drehung aus.
- Float‑Spanne: Die meisten Klickpedalsysteme bieten einen Bewegungsspielraum von 0–9° Float, Shimano‑SPD‑Cleats lösen bei etwa 13–15° Fersendrehung aus, Speedplay erlaubt 0–15°, deutlich mehr als das Knie und/oder Sprunggelenk.
- Marktführer: Shimano hält laut Fachhandel über 60 % Marktanteil bei Klickpedalen.
- Cleat‑Lebensdauer: Rennrad‑Cleats aus Kunststoff halten laut Hersteller 1.500–3.000 km, Verschleiß kann durch wenig und vorsichtiges Gehen vermieden werden.
- SPD‑Cleats: Stahl‑SPD‑Cleats erreichen oft über 10.000 km Lebensdauer.
- Umsteigerquote: Über 80 % der Fahrer bleiben nach dem Umstieg dauerhaft bei Klickpedalen.
- Stack‑Height‑Reduktion: Das SRM Q36.5‑Pedalsystem reduziert die Bauhöhe um rund 6 mm gegenüber klassischen Rennradpedalen → effizienterer Krafteinsatz
Wie fahre ich mit Klickpedalen – besser und sicher?
Viele potenzielle Umsteiger auf Klickpedale scheuen den Schritt, weil sie fürchten, beim Ausklicken aus dem Pedalsystem die Auslösehärte nicht zu bedenken und oder in Gedanken einfach nicht die nötige leichte Drehbewegung mit dem Fuß vollziehen. Die Folge: Man kippt im Stand zur Seite und bekommt keinen oder den falschen Fuß aus dem Pedal und fällt auf die Schulter.
Zu deren Beruhigung, es hat bis jetzt jeder den Vorgang so verinnerlicht, dass er oder sie ohne nachzudenken, aus den Pedalen kommt.
TIPP: Wenn man ein solches Pedalsystem zum ersten Mal montiert, ein buntes Geschenkband oder sonstig auffälliges Zeichen an den Lenker montieren, sodass man rechtzeitig vor dem Anhalten daran denkt, aus den Klickpedalen auszusteigen.
Die meisten Modelle lassen ein Einstellen der Auslösehärte zu. Einsteiger können hier eine sehr softe Vorspannung wählen, auch beim Graveln oder Mountainbiken im Gelände, wo man schnell mal den Fuß in der Kurve absetzen muss, eignet sich eine lose bis mittelfeste Härte. Wer kräftig am Pedal zieht, bergan oder im Sprint, sollte den Mechanismus härter spannen, um unkontrolliertes Öffnen der Bindung zu verhindern.
Wie trete ich mit Klickpedalen?
Mit einer festen Bindung zwischen Schuh und Pedal steht man nicht nur fester auf der Pedaloberfläche, man hat auch die Möglichkeit, Zugkräfte auszuüben. In den 90er Jahren, mit Aufkommen der Systempedale, war die Mär im Umlauf, 30 Prozent des Vortriebes kämen jetzt aus der Zugphase. Das ist aber mittel- oder langfristig völlig übertrieben. Allein das Eigengewicht des Beines über mehrere Minuten immer wieder anzuheben, überfordert die Muskeln von Hüft- und Kniebeugern selbst bei gut trainierten Fahrern. Dafür sind sie ganz besonders auf dem Rennrad in einem zu ungünstigen Winkel angeordnet. Wer daran zweifelt, fahre auf ebener Strecke mit einem kleinen Gang und einbeinig ohne jede Kraftanstrengung. Nach wenigen Minuten versagen die Hüftbeuger garantiert, selbst bei Profis.
Der runde Tritt
Der Vortrieb entsteht auch mit Klickies hauptsächlich in der Druckphase! Durch sauberes Umsetzen über den oberen und unteren Totpunkt lässt sich aber Kraftverlust deutlich vermeiden, das macht den gesamten Tritt effizienter. Die Pedalbindung hilft also eher, den Kontakt zum Pedal auch bei hohen Trittfrequenzen sauber zu halten. Selbst leichtes Ziehen am Pedal entlastet aber immer auch die Gegenseite. Heißt: was ich links hochziehe, muss ich rechts nicht zusätzlich treten. Ziel der runden Tretbewegung ist, den Druck auf die Kurbelarme jeweils immer im rechten Winkel dazu einzuleiten. Dass der abwärts deutlich größer ist als in den anderen Phasen, liegt in der Natur unserer Beine und deren Muskeln. Kurzfristig maximalkräftig am Pedal ziehen kann aber die restliche Beinmuskulatur entlasten oder im Spurt für signifikante Erhöhung des Watt-Outputs sorgen.
Wie steige ich in Klickies ein und aus?
Bei den MTB-Pedalsystemen reicht im Allgemeinen ein sich senkrecht von oben auf das Pedal beziehungsweise den Klick-Mechanismus Stellen. Je nach Auslösehärte reichen einige Prozent des Körpergewichts zum Einrasten. Bei Rennrad-Modellen, vor allem weil sie nur einseitig eine Aufnahme für die Cleats besitzen, streicht man von hinten kommend mit dem Cleat über die Pedalspitze. So dreht sich die relevante Seite nach oben, gleichzeitig führt man die vordere Nase des Cleats in das Pedal ein. Ist man hier bis zum Anschlag vorgedrungen, genügt ebenfalls leichter Druck von oben, und der federgespeiste Verschluss schließt sich um die hintere Cleat-Kante. Die Kunststoff-Platten sind hier recht dankbar, da sie das Einrasten mit einem satten Ton quittieren.
Die Bewegung ist reine Gewohnheitssache, nach ein paar Übungen – am besten auf einem leeren Parkplatz – triff man das Pedalsystem sofort, auch ohne hinzusehen. Interessant ist, wenn man die Sitzposition eines erfahrenen Bikers verstellt, dass er oder sie die Zielgenauigkeit erneut lernen muss. Der Ausstieg ist bis auf das exotische Magped überall gleich und reine Gewöhnung. Eine Innenrotation des Fußes um ein paar Grad hebelt die Schuhplatte sanft aus dem Schnappverschluss und man kann den Fuß absetzen. Diese Öffnung des Pedals ist abhängig vom Float. Je mehr Bewegungsfreiheit man sich also lässt, desto später öffnet sich das Pedal. Achtung bei den Plastik-Cleats, sie sind etwas rutschig, man sollte vor Bodenkontakt komplett stehen.
Wer sollte auf Klickpedale umsteigen?
Ergonomie-Pionier und -Experte Dr. Kim Tofaute empfiehlt explizit Klickpedale nicht nur für den hochsportlichen Einsatz. Neben der Verteilung der Vortriebskraft auf mehr Muskelgruppen habe die Fixierung des Fußes in der vorher ermittelten, korrekten Position den Vorteil, dass man Sprunggelenk, Knie und Hüfte damit in eine biomechanisch sinnvolle Linie bringen und halten kann, was wiederum die Gelenke schont. Hinzu komme das kontinuierlichere Einwirken auf die Kurbel, das anstelle des teils stampfenden Tretens bei Plattformpedalen einen effizienteren Vortrieb erzeugt.
Man kann also die feste Verbindung zwischen Fuß und Pedal sowohl zu Leistungssteigerung als auch zu Senkung der physischen Belastung nutzen. Hinzu kommen gesundheitsfördernde, biomechanische Korrekturen der Beinlinie und nicht zuletzt steigt die Sicherheit. Mit etwas Übung ist die Gefahr, in einer kritischen Situation nicht rechtzeitig aus dem Pedal zu kommen, deutlich geringer, als die, den Kontakt zum Pedal zu verlieren und damit in schwer kontrollierbare Situationen zu geraten.
Fazit: Umsteigen oder Upgraden?
Klickies stellen also für die meisten Biker*innen eine Verbesserung gegenüber Plattformpedalen dar, ob sportlich, gesundheitlich oder sicherheitstechnisch. Negative Folgen gibt es bei der Nutzung außer einer gewissen Gewöhnungsphase nicht – immer vorausgesetzt, sie wurden ergonomisch eingestellt. Ergon bietet dazu eine laiengerechte Hilfe. Eher der Zeitraum ohne Bike stellt den Nutzer oder die Nutzerin vor Herausforderungen. Das Laufen mit Radschuhen und ihrer festen Sohle ist nicht elegant und nur über kurze Strecken möglich. Ganz besonders gilt das für die Rennradmodelle mit ihren exponierten Kunststoffplatten. Wer also nach dem Weg zur Arbeit nicht die Schuhe wechseln möchte oder zum Beispiel nur zum Einkaufen fährt, sollte bei Plattform- oder Kombipedalen bleiben.
Was die Wahl des Pedalsystems angeht: Es gibt kein wirklich schlechtes Klick-System, aber manche haben sich etwas mehr bewährt als andere. Beim Rennrad punktet Shimano gegenüber Pionier Look mit einer größeren Aufstandsfläche und damit stabilerem Standgefühl, die Japaner haben daher auch die Majorität am Markt. Der Neuling von Q36.5 und SRM hat technisch viel Potenzial, ist aber exorbitant teuer, da lohnt der Blick zu den Franzosen von Ekoi, da bekäme man für den gleichen Setpreis nicht ein, sondern fünf Paar neue Hightech-Schuhe.
Im MTB-Sektor ist das SPD-System am verbreitetsten, das liegt hauptsächlich an der Modellvielfalt. Die nur vier Varianten von Crankbrothers bieten gerade durch das blitzschnelle Aus- und Einsteigen an sich die bessere Performance, vor allem im Gelände auf XC- oder Gravelbikes. Leider sind die Cleats aus Messing sehr weich und der Verschleiß erzeugt allzu schnell Spiel zwischen Zug- und Druckphase.