Was ist Triathlon genau? Strecken – Equipment – Rennen – Challenge

Laura Phillip auf ihrem Triathlonrad

Der Startschuss fällt kurz nach Sonnenaufgang, wenn tausende Athletinnen und Athleten gleichzeitig ins Wasser stürmen – der Beginn eines Tages, der alles fordert, was Körper und Kopf zu geben bereit sind. Schwimmen, Radfahren, Laufen: Was auf dem Papier wie drei einzelne Disziplinen klingt, wird im Triathlon zu einer einzigen, durchgehenden Prüfung aus Ausdauer, Strategie und Willenskraft. Kein Wunder, dass der Sport längst Kultstatus genießt und Bilder wie das nächtliche Zieleinlaufen auf Hawaii zu Ikonen des Ausdauersports wurden. Doch was genau macht einen Triathlon aus, welche Distanzen gibt es – und wie kam es überhaupt zu dieser einzigartigen Kombination aus drei Sportarten?

Was ist ein Triathlon?

Die Sportart Triathlon, wie man sie heute kennt, ist eine Aneinanderreihung von einem Schwimm-, einem Rad- und einem Laufwettbewerb inklusive des Wechsels der jeweiligen Ausrüstung. Sieger des Rennens ist derjenige mit der besten Gesamtzeit aus allen drei Sportarten inklusive der Zeit in der Wechselzone, man spricht dabei gerne auch von der vierten Disziplin. Die Reihenfolge bleibt immer gleich: zuerst das Schwimmen, dann ein Radwettbewerb und anschließend geht es auf die Laufstrecke. Bei modernen, wohl besser zu vermarktenden Rennen im Profibereich, gibt es auch Triathlons, bei denen mehrfach hintereinander diese drei Disziplinen in genau der Reihenfolge durchlaufen werden.  

Während der Teil der Reihenfolge von Triathlon traditionell unverändert bleibt, werden sowohl im Amateur- und Hobbybereich als auch bei den Profis diverse Distanzen angeboten, nicht nur die allgemein bekannte Langdistanz, die einen unter anderem auf Hawaii zum Titel des übersetzt „Eisernen Mannes“ verhilft. Der englische Originalbegriff ist urheberrechtlich streng geschützt und darf im Zusammenhang mit Triathlons nicht verwendet werden. Übrigens erhalten auch Triathletinnen den Titel des Eisernen Mannes.

Triathleten beginnen im Wasser mit der Schwimmdistanz

Exkurs: Die Entstehung der Sportart Triathlon

Multisportwettbewerbe im Ausdauerbereich gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts – Radfahren und Laufen waren praktisch gesetzt, statt des Schwimmens wurde teils sogar mit dem Kanu gefahren. Die eigentliche Geburtsstunde des Triathlons, wie wir ihn heute kennen, schlug jedoch erst 1977 auf Hawaii – und sie beginnt mit einem Streit unter Sportskameraden.

Bei der Siegerehrung eines Laufwettbewerbs auf Oahu diskutierten Ausdauersportler, welche Athleten wohl die fitteren seien: Schwimmer, Radfahrer oder Läufer. Navy-Offizier John Collins warf die Idee in die Runde, die drei härtesten Ausdauerrennen der Insel zu einem einzigen Wettbewerb zusammenzulegen und so ein für alle Mal zu klären, wer der fitteste Athlet ist. Gemeinsam mit seiner Frau Judy Collins, die als eine der treibenden Kräfte hinter dem Konzept oft zu wenig gewürdigt wird, tüftelte er die Idee aus: der Waikiki Roughwater Swim (3,8 km), das Rennen rund um die Insel Oahu (ursprünglich rund 180 km) und der Honolulu Marathon (42,195 km) sollten – ohne Pause dazwischen – direkt hintereinander absolviert werden. Judy war es auch, die die Streckenlängen so anpasste, dass sie an einem einzigen Tag machbar waren.

Am 18. Februar 1978 gingen 15 Pioniere an den Start, zwölf erreichten das Ziel. Sieger wurde Gordon Haller in 11 Stunden, 46 Minuten und 58 Sekunden – und schrieb damit als Erster Triathlon-Geschichte.

Genau diese drei Ursprungsdistanzen bestimmen bis heute die Langdistanz im Triathlon: 3,8 – 180 – 42,195 km. Darüber hinaus haben sich weitere offizielle Wettbewerbe mit kürzeren Teilstrecken etabliert, die je nach örtlichen Gegebenheiten und Veranstalter aber auch leicht abweichen können.

Laura Phillip auf dem Fahrrad beim Triathlon. Links und rechts neben der Strecke stehen zahlreiche Zuschauer.

Wie sind die Distanzen beim Triathlon?

Supersprintdistanz

Schwimmstrecke0,25–0,5km
Radstrecke6,5–13km
Laufstrecke1,7–3,5km
aktuelle Weltbestzeit*20:25
Bemerkungenals Schnupper-Rennen oder Showevent bei den Profis, dann als Staffel oder je dreimal hintereinander

Sprintdistanz / Volksdistanz

Schwimmstrecke0,75km
Radstrecke20km
Laufstrecke5km
aktuelle Weltbestzeit*49:13 (2020)
BemerkungenWindschattenfahren erlaubt nur bei Eliterennen

Olympische Distanz / Kurzdistanz

Schwimmstrecke1,5km
Radstrecke40km
Laufstrecke10km
aktuelle Weltbestzeit*1:40:19 (2022)
Bemerkungenoff. olympisches Wettkampfformat, Windschattenfahren erlaubt nur bei Eliterennen

T100

Schwimmstrecke2km
Radstrecke80km
Laufstrecke18km
aktuelle Weltbestzeit*3:17:25 (2026)
BemerkungenWettkampfserie der PTO, nur 20 Profistarter plus qualifizierte Agegrouper (Amateure), keine Windschattenfreigabe
Laura Phillip beim Lauf eines Triathlons. Neben ihr läuft eine weitere Athletin

Mitteldistanz / 70.3

Schwimmstrecke1,9km
Radstrecke90km
Laufstrecke21km
aktuelle Weltbestzeit*3:26:06 (2022)
BemerkungenMarketingname: 70.3 (Gesamtstrecke in Meilen), kein Windschatten erlaubt

Langdistanz

Schwimmstrecke3,8km
Radstrecke180km
Laufstrecke42,195km
aktuelle Weltbestzeit*7:21:04 (2026)
Bemerkungenoft auch als „Eiserner Mann“ Distanz bezeichnet, Windschattenfahren immer verboten

Ultratriathlon

Schwimmstrecke7,6–38km
Radstrecke540–1.800km
Laufstrecke126–422km
aktuelle Weltbestzeit*182:43:43 (2022)
Bemerkungenim Allg. mit persönlichem Begleitfahrzeug / Boot, keine vorgeschriebenen Ruhepausen, auch als Etappenrennen

 

* Stand: 07/2026 | Da sowohl die exakten Teilstrecken als auch die Wechselzonen als auch die äußeren Bedingungen und Höhenprofile der verschiedenen Strecken stark abweichen, gibt es keine offiziellen Weltrekorde im Triathlon, sondern jeweils nur Weltbestzeiten über die Distanzen.

Jan Stratmann während eines Laufs beim Triathlon

Welche Reihenfolge bei den Disziplinen gibt es?

Wie bereits gesagt, startet ein Triathlon stets mit dem Schwimmen, gefolgt vom Radfahren und dem Laufen. In manchen aktuellen Ligawettbewerben werden sehr kurze Abschnitte etwa auf dem Level vom Supersprint dreimal hintereinander gereiht, wobei die Wechsel so entscheidend sind, dass sogar erste Athleten mit den Laufschuhen auf die zweite und dritte Schwimmstrecke gegangen sind. Bei den Amateuren haben sich Staffeln und Duette als sehr beliebt etabliert. Bei einer Staffel teilen sich drei Triathleten und/oder Triathletinnen die Disziplinen auf, was jedoch nach weitläufiger Meinung den Charakter des Sports mit den Wechseln zwischen drei „Gangarten“ verfälscht. Beim Duett dagegen übernimmt jeweils einer von zwei Startern die Hälfte der Mittel- oder Langdistanz. Gewechselt wird zur Hälfte der Disziplin.

Animation von Jonas Deichmann beim Schwimmen

Die feste Reihenfolge hat, gewollt oder ungewollt, den großen Vorteil, dass ein bei den Wettkampfformen durchaus möglicher Schwächeanfall beim Schwimmen die schwersten und beim Radwettbewerb die zweitschwersten Konsequenzen hätte. Während der letzten Disziplin Laufen würde ein Einbruch nicht zu schweren Stürzen oder Ertrinken führen können.

Symbol eines Triathleten auf seinem Zeitfahrrad

Obwohl die technischste Disziplin, kommt dem Schwimmen die geringste Bedeutung beim Triathlon zu, die benötigte Zeit ist selbst bei schlechten Schwimmern gerade nur ein Drittel so lange wie die jeweils anderen Teildisziplinen.

GIF Running Man

Was ist der kürzeste Triathlon?

Die Sprintdistanz ist die kürzeste offizielle Wettkampfstrecke. Jedoch steht es den Veranstaltern von Jedermann- und sogenannten Volkstriathlons frei, Schnupperstrecken oder Jugendrennen frei zu gestalten. Solche Strecken haben das Ziel, Menschen ohne Ambitionen vom Triathlon zu begeistern und verlangen nicht mehr als 250 bis 400 Meter Schwimmen, 10 km Radfahren und unter 2 km Laufen ab.  

Für den Einstieg ebenfalls beliebt, wenn auch nicht so gehypt wie der volle Triathlon, sind einfacher zu organisierende Wettbewerbe wie der Duathlon aus Laufen, Radfahren und nochmals Laufen. Beim Aquabike genannten „Zweikampf“ ist nach der Radfahrstrecke Schluss und beim Swim and Run muss der Veranstalter keine Radrunde absperren.

Frau fährt mit Triathlonrad über eine asphaltierte Straße

Was ist der schwierigste Triathlon der Welt?

Das ist nicht eindeutig zu klären und würde quasi zu der Eingangsfrage zurückführen, die den Langdistanz-Triathlon damals begründet hatte. Aber unter den klassischen Wettbewerben gilt die Langdistanz definitiv als die Königsdisziplin unter den Ausdauersportarten allgemein. Innerhalb der angebotenen Langdistanzen existieren aber auch einfachere Rennen mit flachen Profilen und Schwimmen in ruhigen Kanälen, während als bestes Beispiel die Weltmeisterschaften auf Hawaii – kurzzeitig fanden sie auch in Nizza statt – dank etlicher Höhenmeter, wegen Schwimmens im offenen Meer und traditionell sengender Hitze als deutlich schwerer einzustufen sind, trotz gleicher Distanzen.  

Als wohl härteste Herausforderung gilt der Norseman in Norwegen. Start ist vor Sonnenaufgang in einem Fjord bei einstelligen Wassertemperaturen. Die unten gelisteten Grenzwerte für den Einsatz von Neoprenanzügen und komplettem Schwimmverbot gelten hier nicht! Nach den 3,8 Kilometern folgt eine Radstrecke mit rund 4.000 Höhenmetern durch eine einsame, karge Hochebene. Die Laufstrecke beginnt harmlos, führt dann aber final einen mörderischen Anstieg auf schlecht bis gar nicht präparierten Wegen zum Gipfel des Gaustatoppen auf 1.850 Metern. Und nur die ersten 160 Athleten oder Athletinnen dürfen diesen Trailabschnitt in Angriff nehmen, zusätzlich existiert ein Zeitlimit. Für den Rest ist am Fuß des Climbs das Rennen beendet. Schnellster Mann war bisher der Norweger Jon Sæverås Breivold mit 09:09:57, beste Frau bisher war die Deutsche Julia Skala mit einer Rekordzeit von 11:00:23. Das liegt deutlich über den üblichen Siegerzeiten und zeigt die Härte dieses Triathlons!

Triathleten stehen vor einem Fluss und warten auf den Startschuss

Welches Bike nutzt man für einen Triathlon?

Das Regelwerk für Fahrräder im Triathlon ist deutlich lockerer gefasst als zum Beispiel bei Lizenzrennen im Radsport. Folgendes gilt fürs Material im Radwettbewerb laut dem deutschen Triathlonverband DTU:

  • Es sind nur Biobikes erlaubt, also reiner Muskelantrieb.  
  • Es besteht ab dem ersten Meter Helmpflicht, der Kinnriemen muss noch am Radständer geschlossen und nach Rückkehr erst dort wieder geöffnet werden.  
  • Die beiden Laufräder müssen gleichgroß sein. Ob 26 oder 28 Zoll, oder in Zukunft vielleicht 32, ist nicht festgelegt.  
  • Je eine unabhängig voneinander zu bedienende Bremse an Hinterrad und Vorderrad sind Minimum. Scheibenbremsen sind erlaubt.  
  • Es muss zwingend eine Sitzposition eingenommen werden, eine liegende Haltung ist verboten. Beschränkungen bezüglich Nachsitz oder Länge des Aufliegers oder der Rahmengeometrie gibt es grundsätzlich nicht.  
  • Verkleidungen, die nicht zur tragenden Konstruktion gehören, sind nicht erlaubt. Toolboxen sind aber genehmigt.  
  • Scheibenräder hinten sind nicht verboten, können aber bei komplizierten Windbedingungen vom Veranstalter verboten werden.  
  • Für Anbauten wie Trinksysteme und Flaschenhalter sowie Snacktaschen und Toolboxen gelten recht großzügige Begrenzungen bezüglich Breite, Höhe, Länge und Abstand zu Referenzpunkten am Rad. Flaschen oder andere Behälter dürfen nicht zerbrechlich sein.  
  • Das Rad muss in einem verkehrssicheren Zustand sein, Eigenbauten sind absolut verboten!  
  • Bei Rennen mit Windschattenfreigabe dürfen Auflieger nicht weiter als die klassischen Bremsgriffe nach vorne herausragen.

Was ist der Bike Check in?

Im Vorfeld des Triathlons muss das Wettkampfrad eingecheckt werden. Das passiert am Tag vor dem Rennen oder sehr früh am Morgen. Das heißt, man meldet sich mit Rad und Helm am Eingang der Wechselzone vom Schwimmen aufs Rad – meistens ist die identisch mit der zum Laufen aber nicht immer – und lässt dort von einem Offiziellen das Material begutachten. Der Helm muss dabei aufgesetzt und geschlossen sein. Danach stellt man das Rad samt Helm in der Wechselzone ab und dort bleibt es bis zum Wettkampf. Keine Sorge, die Wechselzonen sind durchweg gesichert und bewacht. Nach dem Wettkampf hat man noch einige Zeit, um das Rad wieder abzuholen. Man bekommt es nur im Tausch gegen den Transponderchip oder bei Vorlage von Teilnehmerarmband oder anderem Nachweis ausgehändigt.

Rennrad oder Zeitfahrmaschine für den Triathlon?  

Grundsätzlich ist der Biketyp nicht vorgeschrieben. Es gibt im Jedermannbereich und besonders auf Sprintdistanzen sogar Trekkingräder im Wettbewerb. Bei Triathlons ohne Windschattenfreigabe, hier muss man mindestens 12 Meter Abstand zum Vordermann halten und auch mit ausreichend seitlichem Abstand und unter 25 Sekunden überholen, haben sich Zeitfahrräder durchgesetzt. Ohne den Windschatten anderer überwiegt der aerodynamische Vorteil der Sitzposition und der speziell geformten Rahmen gegenüber der etwas anspruchsvolleren Haltung und Steuerung auf diesen Spezialrädern.  

Wichtig: Schmerzen und oder Taubheiten auf Zeitfahrrädern und Triathlonmaschinen müssen nicht hingenommen werden. In den letzten Jahren hat sich herauskristallisiert, dass Windschnittigkeit nicht alles ist. Auch Komfort und Ergonomie sind Komponenten von erfolgreichen Bike-Setups. Eine auf den Körper und dessen Fähigkeiten angepasste Sitzposition, angenehme Armpolster und vor allem ein individuell ausgewählter Sattel machen zwar nicht direkt schneller, erhalten aber die körperliche Leistungsfähigkeit und auch die Moral – sehr wichtig bei einem Wettkampf von 8 bis 17 Stunden.  

Triathlet bei einer Druckanalsyse beim Bikefitting

Der richtige Sattel im Triathlon

Gerade der tiefe geneigte Oberkörper und die weit Richtung Sattelnase vorverlagerte Sitzposition sind über Stunden schwerlich mit einem klassischen Rennradsattel vereinbar. Ergon hat deshalb ein Spektrum an Modellen speziell für die Triathlon-Position entwickelt. Die haben sich auch schon vielfach unter Weltmeistern wie Laura Phillip, Patrick Lange und Jan Frodeno bewährt, Letzterer war sogar eng in die Entwicklung mit einbezogen. Auch der Weltrekord von Jonas Deichmann mit 120 Langdistanzen an 120 aufeinander folgenden Tagen wurde auf einem Ergon SR Tri aufgestellt.

Aufteilung des SR Tri je nach Geschlecht und bevorzugter Sitzposition:

 

für Frauen

für Männer 

Konzentration des Satteldrucks eher Richtung Sattelnase

 
SR Tri Women Front

 
SR Tri Men Front

Satteldruck verteilt sich zwischen Sattelnase und Sattelheck

 
SR Tri Women Mid

 
SR Tri Men Mid

Kurze Distanzen mit dem Rennrad?

Gerade auf den Distanzen, bei denen die Radstrecke 40 Kilometer oder kürzer ist, ist das klassische Rennrad durchaus eine Option. Besonders, wenn der Kurs viele Kurven aufbietet, viele Radfahrer sich auf wenig Raum drängen und der Athlet oder die Athletin nicht wirklich erfahren ist mit der Beherrschung des Bikes vom Auflieger aus, kann das Rennrad die schnellere Option sein. Man muss in unübersichtlichen Kurven oder beim Überholen von mehreren Sportlern oder Sportlerinnen nebeneinander nicht ständig vom Zeitfahrlenker an die Bremsgriffe wechseln, sondern hat das Bike stets sicher am Dropbar im Griff.

Frau und Mann fahren mit Rennrädern auf einer Landstraße.

Welches Equipment ist noch wichtig beim Triathlon?

Die gefühlt meistgestellte Frage vor einem Triathlon für Amateure ist: Sind Neoprenanzüge erlaubt oder nicht? Das ist abhängig von der Wassertemperatur auf der Schwimmstrecke.

Symbol eines Triathlonanzugs

Grenzwerte für das Nutzen von Neoprenanzügen beim Triathlon-Schwimmen laut DTU Verband sind:

H2O-Temperatur Profis 
< 1.500 m 
Profis 
> 1.500 m 
Amateure 
< 1.500 m 
Amateure 
> 1.500 m 
unter 14 ° Pflicht Pflichtkein Schwimmen kein Schwimmen 
14,0–15,9 ° Pflicht PflichtPflichtPflicht
16,0–20,0 ° erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt 
20,1–22,0 ° verbotenerlaubt erlaubt erlaubt 
22,1–24,5 ° verbotenverbotenverbotenErmessen Veranstalter 
über 24,6 ° verbotenverbotenverbotenverboten
Ein Triathlet schwimmt in einem Fluss

Außer dem Rad und dem Neoprenanzug gibt es wenig Regularien bezüglich des Equipments. Wichtig ist noch, dass man auf dem Fahrrad und beim Laufen nicht oberkörperfrei sein darf. Das wurde schon manchem Athleten und sogar Triathletinnen zum Verhängnis, wenn er oder sie für einen Gang zur Toilette den Renneinteiler über die Schultern heruntergezogen hat. Nicht vorgeschrieben aber hilfreich ist ein Startnummernband. Außer im Wasser muss man seine Startnummer stets sichtbar tragen – auf dem Rad nach hinten, im Lauf nach vorne. Das ist quasi nur mittels solch eines elastischen Gürtels mit Befestigungen für die Nummer zu machen.

Triathlet fährt mit dem Fahrrad durch eine dichte Zuschauermenge

Was macht den Reiz und die Herausforderung beim Triathlon aus?

Natürlich lebt Triathlon zu großen Teilen von dem Mythos des berühmten Profirennens auf Hawaii. Aber inzwischen ist der Anteil der Amateure so eklatant groß geworden, dass Startplätze für die großen Triathlons in wenigen Minuten vergeben sind oder verlost werden müssen. Für erwähnten Mainevent auf Hawaii muss man sich sogar mit einem guten Ergebnis in einem der Qualifikationswettbewerbe einen Startplatz – Slot genannt – erstreiten.  

Der Reiz des Ausdauerdreikampfes für Hobbysportler liegt in der Mischung aus individuell mehr oder weniger geliebten Disziplinen. Jeder Triathlet hat eine schwächere Teilstrecke, das Training ist dadurch abwechslungsreich. Man kann entweder vermehrt an den Mankos arbeiten oder auf seine Stärken setzen. Interessanterweise hat man wenig disziplinübergreifende Synergieeffekte im Training. Wer viel läuft, wird nicht automatisch im Radfahren schneller, obwohl die beanspruchte Muskulatur nahezu identisch ist. Das bedeutet auch, dass man durch cleveres Aufteilen der Trainingszeit für eine Verbesserung in allen Disziplinen sorgen muss, ein probates Mittel dazu ist das Koppeltraining, bei dem man zwei Disziplinen miteinander direkt verbindet. Beispiel:  

Koppeltraining: 4 Std. Radfahren, davon 3 x 20 Minuten 95 % FTP, danach 1 Std. Lauftraining, die ersten 10 Minuten davon in Renntempo, danach GA2.  

Das hat den Vorteil, dass man schon ermüdet in den Lauf geht, sich körperlich wie mental an die Belastung adaptieren kann, ohne jedoch einen gelenkbelastenden Lauf über 3 Std. oder mehr zu absolvieren.

Viele Menschen schwimmen beim Triathlon in Roth einen Fluss entlang

Auch die Wechsel wollen trainiert sein. Nicht nur, dass Radfahren sich durchgefroren vom Schwimmen anders anfühlt, und dass die ersten Laufkilometer nach der Radstrecke einem vorkommen, als würde man plump dahinstampfen – auch das Prozedere des Umziehens, des dabei Verpflegens und des Handhabens des Materials in der Wechselzone wollen geübt sein, damit man hier keine Zeit verliert. 
Triathlon gehört aufgrund dieser Vielseitigkeit zu den kurzweiligsten Disziplinen im Ausdauersport. Wenngleich der Trainingsaufwand insgesamt dadurch steigt. Profis absolvieren nicht selten 10 bis 12 Trainingseinheiten pro Woche, was zumindest das Preisgeld der Sieger relativiert. Apropos Profis: Die müssen nicht nur kein Startgeld zahlen, die können bis im vierstelligen Bereich liegen, sie sparen sich auch die Tageslizenz-Gebühren durch einen Startpass des Triathlonverbandes. Wer in einem Triathlon-Verein ist, kann diese Rennlizenz erwerben, die versichert unter anderem gegen Schäden während des Wettkampfes. Ab etwa drei Starts über die Mitteldistanz oder Langdistanz pro Jahr ist der Startpass günstiger als einzelne Tageslizenzen.  

Durch die Aufteilung der Belastungen auf die drei Disziplinen im Triathlon sind außerdem Wettkampfdistanzen möglich, die im Laufen oder Schwimmen nur absoluten Ausnahmeathleten gelingen würden. Ein Langdistanz Triathlon dauert bei Weltklasseprofis nur noch 7:21 Stunden. Die Amateure der Altersklassen brauchen teils bis zu 17 Stunden, spätestens dann gilt man nicht mehr als Finisher. Solche langen Belastungen erfordern neben guter Fitness einen noch fitteren Geist, sprich mentale Härte.

Patrick Lange beim Iron Man
„Triathlon ist für mich der unperfekte Beweis dafür, dass wir oftmals zu viel mehr im Stande sind, als wir glauben oder uns selbst zutrauen.“
Patrick Lange, 3-fach Sieger auf Hawaii und Ergon-Athlet

Wahrscheinlich ist die mentale Härte gegen sich selbst in Training und Wettkampf sogar der Keyfactor, der Top-Triathleten ausmacht. Wer sich entscheidet, sich an einer Langdistanz zu versuchen, sollte sich dessen bewusst sein. So ein Wettkampf bedarf einer gezielten Vorbereitung von mindestens einem halben Jahr bei gut trainierten und einem Jahr bei grundsportlichen Menschen. Eine Triathlon Langdistanz ins Ziel zu bringen und bis zum Schluss mental hart zu bleiben, gehört dafür zu den größten Glücksgefühlen im Ausdauersport.

Jan Frodeno färt auf einer Straße durch eine weite Steppe auf seinem Ergon SR Tri in seiner Power Position auf seinem Triathlonrad.
„Unglücklicherweise lügt der Körper im Sport nie. Die Faszination daran ist, dass man sich jeden Tag der Wahrheit stellen muss.“
Jan Frodeno, 3-fach Sieger auf Hawaii, Olympiasieger und Ergon-Athlet

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